Biblische Figuren
Was sind Biblische Figuren?
Biblische Figuren sind ungefähr 30 cm gross und durch ihr Sisaldrahtgestell beweglich. Dank der beschwerten Füsse stehen sie sicher und können in ganz unterschiedliche Haltungen gebracht werden. So lassen sich mit ihnen Gesten, Gefühle, Beziehungen und innere Bewegungen sichtbar machen. Die Figuren haben kein ausgearbeitetes Gesicht. Gerade dadurch bleiben sie offen für verschiedene Rollen und Geschichten. Ihr Ausdruck entsteht durch Haltung, Kleidung, Bewegung und die gestaltete Szene.
Von der Krippenfigur zur Biblischen Figur
Die Wurzeln der Biblischen Figuren liegen in der Tradition der Weihnachtskrippen. Eine wichtige Entwicklung begann in den 1960er-Jahren im Kloster Ilanz im Bündner Vorderrheintal. Dort erhielt Schwester Anita Derungs den Auftrag, eine Weihnachtskrippe zu gestalten, die Frauen selbst herstellen und mit nach Hause nehmen konnten.
Die Idee der beweglichen Figuren entstand aus dem Wunsch, Krippenfiguren nicht nur anzuschauen, sondern sie auch in unterschiedliche Haltungen und Szenen bringen zu können. Schwester Anita verband dafür einfache Materialien mit viel handwerklichem Geschick. Aus Draht, Modelliermasse, Stoffen und weiteren vorhandenen Materialien entstanden die ersten beweglichen Krippenfiguren.
1964 fanden in Schwarzenberg ob Malters LU die ersten öffentlichen Kurse statt. Von Anfang an waren diese Kurse eng mit biblischen Texten verbunden. Die Figuren dienten also nicht nur der Gestaltung einer Weihnachtskrippe, sondern halfen, biblische Geschichten sichtbar und erfahrbar zu machen.
Eine Idee entwickelt sich weiter
Mit der Zeit wuchs das Interesse an den Figuren. Aus den Krippenkursen entstanden weitere Kurse zu verschiedenen biblischen Themen. Darum spricht man heute bewusst von Biblischen Figuren und nicht nur von Krippenfiguren. Dieser Name zeigt: Die Figuren können weit über Weihnachten hinaus eingesetzt werden.
Auch die Materialien haben sich weiterentwickelt. Während in den Anfangsjahren oft einfache und wiederverwendete Materialien genutzt wurden, kamen später stabilere Gestelle, sorgfältig ausgewählte Stoffe, echte Felle und professionell gefertigte Füsse dazu. Dadurch wurden die Figuren äusserlich verfeinert, ohne dass ihr ursprünglicher Gedanke verloren ging.
Geschichten lebendig machen
Biblische Figuren ermöglichen einen bildhaften Zugang zu Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament. Szenen können so gestaltet werden, dass Betrachterinnen und Betrachter sich leichter in biblische Gestalten hineinversetzen und die Botschaft einer Geschichte entdecken können.
Sie eignen sich für Krippenlandschaften, biblische Szenen, Religionsunterricht, Katechese, Gottesdienste, kirchliche Feiern und persönliche Gestaltungen. Auch Gebete, Hoffnungstexte oder spirituelle Gedanken können durch Figurenbilder eine besondere Tiefe bekommen.
Für mich liegt die besondere Kraft dieser Figuren darin, dass sie Geschichten nicht erklären müssen, sondern sichtbar machen. Sie laden zum Schauen, Erzählen, Nachdenken und Berührtwerden ein.